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Politik / Gonsenheim

Rüdiger Wrobbel - 18. Dezember 2017 um 06:49

Kein gutes Geld für gute Arbeit?

GESCHENKT ist der Einsatz von über 200 ehrenamtlichen Mitarbeitern des Stadtteiltreffs, die in zahlreichen Projekten tätig sind, die ein Angebot ermöglichen, dass intensiv bei den Jüngsten unserer Gesellschaft beginnt und bei den ältesten Senioren nicht endet, sondern auch jene Menschen einschließt, die aus Kriegs- und Krisengebieten zu uns geflohen sind. Die tun es aus Spaß und nicht für Geld. Kosten entstehen natürlich trotzdem. Steigende Kosten. Mietkosten, Geräte, Verbrauchsmaterial, Wartung, Instandhaltung und auch Personalkosten. Schließlich sind für Führung und qualifizierte Beratung hauptamtliche Mitarbeiter unabdingbar, muss für manche qualifizierten Mitarbeiter eine Aufwandsentschädigung gezahlt werden. Dazu kommen neue Projekte z.B. in der Flüchtlingshilfe.

Eines zieht sich wie ein roter Faden durch alle sozialen Tätigkeiten und die vielfältigen Projekte des Stadtteiltreff-Gonsenheim: Nachhaltigkeit, ökologische Verantwortung und Fairer Handel. So ist nicht nur der Kaffee, sondern meist auch die heimische Milch aus fairem Handel.

Mainzer Rathaus
Mainzer Rathaus

Eben Gutes Geld für Gute Arbeit.

Ebendies fordert der Stadtteiltreff nun endlich auch von der Stadt, das war dann am 29. November auch Punkt 39 auf der Tagesordnung im Stadtrat.

Klaren Blick und das Erkennen guter Arbeit zeigte da zunächst jene Seite, von der die soziale Arbeit eher als unchristlich behandelt wurde, von Teilen gar als ineffizient diffamiert wurde. Schön war es zu hören, wie die Arbeit des Stadtteiltreffs zur Sicherheit, zum sozialen Frieden, zur Erhöhung des Wohnwertes im Stadtteil beiträgt, der Stadt Personal, Arbeit und damit Kosten spart. Okay, manches kann man vielleicht als scheinheiliges Oppositionsmanöver abtun.

Aber dann, gerade aus jener Reihe, die das „S“ für Sozial wie ein Banner vor sich herträgt, machte sich doch noch jemand zum Clown. Obwohl das, was Andreas Behringer da vortrug bei aller Lächerlichkeit gar nicht zum Lachen war. Zu dummdreist war seine „Rechnung“, mit der er eine Umschichtung bereits bewilligter öffentliche Mittel, die 2010 durch Schieflage eines stadtnahen Unternehmens notwendig wurde, trotz Reduzierung als eine Verdoppelung der Zuschüsse darstellte. Bei der Rechnung wird sogar das oft zitierte Milchmädchen rot und man möchte sagen, Schämen Sie sich!“ Und ob es dem sozialen Frieden zuträglich ist, wenn Herr Behringer die Stadtteile gegeneinander ausspielt sei dahingestellt. Wenn es denn so ist, dass der Stadtteil Gonsenheim bei aller Unterfinanzierung noch den größten Teil der Förderung erhält, unterstreicht es doch nur, wie wenig Wert die Stadt einer guten Arbeit beimisst.

Herr Behringer und ihr anderen Lieben im Stadtrat, seht es doch mal betriebswirtschaftlich als Input-Output-Rechnung. Wo ich nichts Gutes rein gebe kann auch nichts Gutes rauskommen.

Eben Gutes Geld für Gute Arbeit.

PS: Bisher hat es der Stadtteiltreff dank der Hilfsbereitschaft aus Wirtschaft und Bevölkerung trotzdem geschafft. Aber die Aufgaben werden komplexer, die Hilfsbereitschaft ist erschöpft und die Kosten steigen unaufhaltsam. Daher wäre schon längst eine dynamische Anpassung notwendig gewesen.

(Rüdiger Wrobbel)

Näheres unter: https://goo.gl/VjC3PB

https://www.stadtteiltreff-gonsenheim.de


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Rubrik: Politik
Ort: Gonsenheim
Tags: Mainz Stadtrat Gonsenheim Stadtteiltreff Behringer Rathaus Stadtteiltreff-Gonsenheim soziale Verantwortung Flüchtlingshilfe


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Rüdiger Wrobbel
Rüdiger Wrobbel
Standort: Gonsenheim
Beruf: Beamter i.R.
Anzahl Artikel: 85
Ehrenamtlicher Mitarbeiter des Stadtteiltreff und des Flüchtlingsnetzwerkes "Miteinander-Gonsenheim", ehrenamtlich Fotograf und Mitglied der ELSA-Redaktion. 2 feste Kolumnen,"Elsa-Animale" und "Else sieht die Welt". Texte oft satirisch. Aber auch Politik, Sport, Musik und Gesellschaft. Fotografieren auch als Hobby, am Liebsten Natur. Eine Ausstellung bisher. ”

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