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Dies & Das / Gonsenheim

Christiane Mertins - 16. Juni 2017 um 11:38

Historische Schiffsmühle

Ein Ausflug nach Ginsheim

Als mich eine Bekannte fragte, ob ich Lust hätte, mit ihr zusammen die rekonstruierte Rheinschiffsmühle in Ginsheim auf der anderen Rheinseite anzusehen, sagte ich zwar zu, wusste aber eigentlich überhaupt nicht, was ich da wohl zu sehen bekommen werde.

Was ist eine Schiffsmühle, fragte ich mich, wann gab es die und wozu...?

Das alles sollte ich dann von Herbert Jack, dem 1. Vorsitzenden des Vereins Historische Rheinschiffsmühle Ginsheim e.V. erfahren, der eine Führung durch die Mühle anbot.

Seit 200 gibt es diesen gemeinnützigen Verein, der 2011 den Wiederaufbau der letzten Rheinschiffsmühle in ca. 5000 Arbeitsstunden leistete. Alte Mühlengeräte, wie sie nach historischem Vorbild im Einsatz waren, wurden aus stillgelegten Mühlen ausgebaut und in Ginsheim verwendet. Die Mühle, die wegen ihrer Einmaligkeit inzwischen weit über die Region hinaus Beachtung findet, wird als Museum betrieben und durch die getreue Darstellung des Lebens vom Müller und der Mühlburschen wird so das Wissen um diesen ehemals wichtigen Erwerbszweig für Ginsheim, Mainz und für die benachbarten Rheinanlieger vermittelt.

Schiffsmühlen wurden bereits seit der Belagerung Roms durch die Ostgoten im Jahre 540 n. Chr. erwähnt. Vom Mittelalter bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gab es Schiffsmühlen auf fast allen größeren Flüssen Europas. Allein auf dem Rhein im Abschnitt Ginsheim (Rhein und Altrhein) wurden 22 dieser Mühlen gezählt. Da Mehl nicht konserviert werden konnte, war es wichtig, zu jeder Jahreszeit mahlen zu können. Die Schiffsmühlen auf dem Rhein waren, unabhängig vom Wind und dem Wasserstand kleinerer Bäche oder Flüsse, dazu in der Lage. Besonders während längerer Trockenperioden brachten Landwirte aus dem Hessischen Ried und dem vorderen Odenwald das Getreide zum Mahlen zu den Schiffsmühlen. Es gab Zeiten, da haben die Ginsheimer Schiffsmüller über 200.000 Zentner Getreide im Jahr gemahlen. Das Getreide musste dazu auf Ruderkähnen zu den Mühlen und das fertige Mahlgut auf dem gleichen Weg wieder zurück gebracht werden. Eine sehr mühsame Arbeit. Bemerkenswert ist, dass die letzte Rheinschiffsmühle hier in Ginsheim bis 1928 arbeitete. Leider zerstörte dann 1945 ein Bombenangriff diese letzte Schiffsmühle.

Heute bietet die authentische Rekonstruktion interessante und spannende Einblicke in die Technik und die Arbeitsbedingungen vergangener Zeiten. Bei der Besichtigung der Mühle fällt auch der „Kleiekotzer“ auf. Den gab es früher in vielen Mühlen. Er sollte böse Geister abhalten.

Sie haben nun Lust, diese interessante Mühle auch einmal zu besuchen und sich über alles zu informieren? Die Öffnungszeiten sind von Mai bis September Mi., Sa., So. von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr. Viel Spaß – es lohnt sich! (CM)


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