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Dies & Das / Mainz City

Rüdiger Wrobbel - 28. April 2018 um 08:42

Wild Waffles und Touareg Rolls

Gemischtes Doppel. Herausforderungen und neue Gaumenfreuden beim "Street Food Festival" in der Alten Lokhalle. Da war viel Gutes dabei, erforderte aber viel Appetit und oft Geschick. Wer weiter liest, findet versteckt im Anhang "Turmbau zu Bibel", einen kleinen Kommentar zum Bibelturm des Gutenberg Museums.

Allein die Tatsache, dass es dafür ein eigenes Festival gibt, lässt erahnen, dass Street Food nichts mit Essen zu tun hat, das man auf der Straße findet. Im Gegenteil. Überwiegend erlesene Zutaten fanden sich in Spezialitäten aus Ländern rund um den Globus.

Wild Waffles
Wild Waffles

Und ganz egal, ob das Wild jemals wild war, die quietschbunten Zuckerwaren anziehender waren als die Reisrouladen mit knackigem Gemüse, oder das argentinische Rind einen weiten Weg hatte: Ein Festival fürs Auge war’s allemal, wenn man die Ausstellungsfläche der Alten Lokhalle betrat.

Aber Street Food? Vielleicht weil es der Straßenanzug war, den man bekleckerte. Denn so während des Bummelns aus der Hand essen? Klare Absag: Kein Fingerfood. Selbst am Tisch gehörte mitunter ein wenig Übung zum „unfallfreien“ Essen. Beim liebevoll zubereiteten und reichlich belegten argentinischen Beef Burger lockten mehrere bereitgestellte Soßen zum eifrigen Nachlegen. Mehrfach. Auch wenn das Zuviel dann auf der Jacke landete.

Nicht nur ein Augenschmaus dann die verschiedenen Strudelvariationen. Schwere Wahl und alle schmackhaft. Aber in reichlich flüssiger Vanillesoße serviert, konnte der ungeübte Esser seinem Jackett eine weitere Nuance hinzufügen. Ja und dann die gefüllten Waffeln, Wild Waffles. Da erstellte man selbst seine eigene Speisekarte, kreuzte an, was da rein soll. Welches Eis, welche Früchte, Soße, Toppings und Specials, ob mit oder ohne Sahne. Riesending und zum Fotografieren schön. Und weil Süß nun mal viel bunter ist: Wie wär’s mit Eis im gegrillten Marshmallow?

Oder wieder weg vom Süßen? Empanadas, Naan Wraps, Touareg Rolls, Jamaican Food oder Vietnamesische Reisteig Rolls, Gerichte aus Eritrea, Senegal, Israel? Tacos, Provolino oder Pulled Pork Burger? Unmöglich sich durch alles durchzuessen. Und das war ein Manko dieses Festivals. Auch wenn die Gerichte im Schnitt mit etwa acht Euro zu Buche schlugen, lag es nicht vorrangig am Geldbeutel, dass man nur eine kleine Auswahl aus der großen Palette der Angebote probieren konnte. Irgendwann ist man nun mal satt. Wie wäre es für die Zukunft mit „Festival-Portionen“? Ein wenig kleiner, ein wenig günstiger. Dann kann man mehr probieren, dann macht es auch Sinn, wenn man abschließend über sein Lieblingsgericht abstimmen darf.

Und zu guter Letzt: Das Tüpfelchen auf dem i, noch etwas Phantasie. Nämlich bei der Reduzierung des Müllbergs. Wenn ja doch alles an Ort und Stelle, meist am Tisch sitzend, verzehrt wird, muss ja nicht zwangsläufig in Wegwerf-Geschirr serviert werden. Kulinarisch war Street-Food hier besser als sein Ruf.

Rüdiger Wrobbel

TURMBAU ZU BIBEL

Da sind im Stadtrat doch einige Volksvertreter, die bei der letzten Wahl mit dem Ziel angetreten sind, für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung zu sorgen. Wie, so fragt sich mancher, kann es da sein, dass Beschlüsse so am Bürger vorbei gefasst werden. Selbstverständlich gibt es gute Gründe für eine Modernisierung und auch eine Erweiterung des Gutenberg-Museums. Und auch wenn die 77% etwas anderes vermuten lassen, sind sicherlich die meisten nicht grundsätzlich dagegen. Aber viele wollen die Bausünden der Vergangenheit nicht fortführen, wollen mitgestalten.

Aus der Nähe betrachtet wäre der Bibelturm, so wie er präsentiert wurde, künstlerisch beachtenswert. Aber wie wirkt er aus der Distanz? Fügt er sich in das Stadtbild ein? Wirkt er harmonisch im Ensemble mit dem Römischen Kaiser oder wirkt er wie ein Fremdkörper? Manche sagen, er wirkt von Weitem wie ein überdimensionaler Bunker. Manche nennen ihn umbautes Treppenhaus. Andere wieder sagen, er wird Magnet sein für Besucher aus aller Welt.

Dann wären da noch die Bäume, die gefällt werden sollten. Damit wird in Mainz zunehmend sowohl von Seiten der Stadt als auch von Hausverwaltungen sehr leichtfertig umgegangen. Auch wenn Ausgleichspflanzungen vorgesehen sind. Unmachbar, wenn man berücksichtigt, dass man, um die ökologische Leistung EINES etwa 100 Jahre alten Baumes zu erreichen, etwa 2000 junge anpflanzen müsste. Wie auch immer, die Bürger haben abstimmen dürfen und jetzt ist drei Jahre Bedenkzeit. Es ist schade um verlorene Zeit und verlorenes Geld. Immerhin war es ein Sieg für die Demokratie. Jetzt das Beste draus machen.

Rüdiger Wrobbel


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Rubrik: Dies & Das
Ort: Mainz City
Tags: Alte Lokhalle Street Food Wild Waffles Beef Burger Strudel Food Bibelturm Gutenbergmuseum Empanadas Pulled Pork Naan Wraps Provolini Marshmallows


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Rüdiger Wrobbel
Rüdiger Wrobbel
Standort: Gonsenheim
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Ehrenamtlicher Mitarbeiter des Stadtteiltreff und des Flüchtlingsnetzwerkes "Miteinander-Gonsenheim", ehrenamtlich Fotograf und Mitglied der ELSA-Redaktion. 2 feste Kolumnen,"Elsa-Animale" und "Else sieht die Welt". Texte oft satirisch. Aber auch Politik, Sport, Musik und Gesellschaft. Fotografieren auch als Hobby, am Liebsten Natur. Eine Ausstellung bisher. ”

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