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Kultur / Gonsenheim

Christiane Mertins - 03. November 2016 um 15:48

Mainzer Plakatgedichte im Stadtteiltreff

Ausstellung von Johannes Strugalla noch bis Ende November

Es waren zwei Aspekte, die für den darstellenden Künstler Johannes Strugalla der Auslöser für die „Mainzer Plakatgedichte“ waren, die in der Zeit von 1983 bis 1993 entstanden und nun im Stadtteiltreff Gonsenheim zu sehen sind.

Einerseits wurde in den 80er-Jahren die Drucktechnik revolutioniert, so dass zahlreiche Druckereien ihre Druckmaschinen und die alten Blei- und Holzlettern nicht mehr brauchten.

Johannes Strugalla richtete sich mit dieser Technik eine Werkstatt in seinem Keller ein. Und dann war es wohl die Lust darauf, Texte zeitgenössischer Autoren, mit denen er in Kontakt war, typographisch zu inszenieren und zu interpretieren. Heraus kamen mehrere Serien, die unter dem Titel „Mainzer Plakatgedichte“ veröffentlicht wurden. Mit Texten von Erich Fried, den das Ehepaar Strugalla/Despalles noch persönlich kennen lernen durfte oder Heinz G. Hahs und Jörg Kowalski. Fortgesetzt mit Beiträgen von Mainzer Stadtschreibern wie Gabriele Wohmann oder Ludwig Harig. Zur Wendezeit wurden auch Beiträge von Autoren aus den neuen Bundesländern graphisch bearbeitet und umgesetzt.

„Mit dieser Ausstellung betreten wir Neuland“, so Stephan Hesping von der Leitung des Stadtteiltreffs bei seiner Begrüßung der zahlreichen Gäste der Vernissage, denn bisher habe man immer nur Wechselausstellungen mit Gemälden und Zeichnungen im Stadtteiltreff zu sehen bekommen. Aber gerade dadurch, dass man im Café der Einrichtung schon mal auf seinen Termin für eine Beratung warten muss, sei es so spannend, dass die Texte nicht immer sofort zu entziffern sind und man über den Inhalt auch ein bisschen nachdenken muss. In einem gemütlichen Rahmen bei kleinen Häppchen und einem Glas alkoholfreiem Sekt konnte man die Bilder in Ruhe betrachten und allerhand über die Werke erfahren. Johannes Strugalla erklärte einiges zur Entstehung, zur Technik und auch zum Kontakt mit den Autoren. Ein kurzweiliger Abend im Stadtteiltreff mit beeindruckenden Werken – zu sehen noch bis Ende November von Montag bis Donnerstag von 14 bis 17 Uhr. (Hes)


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Christiane Mertins
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