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Kultur / Mainz City

Christiane Mertins - 20. Juni 2017 um 10:52

„Bigband feat.Luther“

Luthers Choräle neu inszeniert

Ein Konzert besonderer Art gab es am 18. Juni in der voll besetzten Mainzer Christuskirche. In seiner kurzen Begrüßung wünschte dazu Dekan Andreas Klodt einen schönen, aber auch trutzigen und schweren Abend bei Musik, die durch mehrere Jahrhunderte führt: Bekannte Kirchenlieder von Martin Luther einmal ganz anders, nämlich vom Jazzkomponisten Martin S.

Schmitt bearbeitet und von seinem Jazzorchester großartig gespielt.

Die meisten Musiker traten sogar mit verschiedenen Instrumenten als Solisten auf und ernteten dabei viel Applaus.

Sehr schön der Beginn des Liedes „Erhalt uns Herr bei deinem Wort“. Da klang zunächst noch der alte Choral an und ging dann aber in die Bearbeitung mit einem tollen Trompetensolo über. Einige Lieder wurden zudem noch von der Berliner Soul- und Jazzsängerin Sarah Kaiser überaus „rockig“ mit viel Swing in der Stimme hervorragend gesungen. Besonders bei Luthers ältestem Lied kam das voll zum Ausdruck: „Nun freut euch lieben Christen g’mein“ war gleich in zwei Versionen zu hören, zunächst in einer instrumentalen Jazzfassung und dann in einer zweiten Version. In der hat Christoph Zehendner Luthers Text in die Sprache des 21. Jahrhunderts übersetzt und nennt es „Mein Herz ist voll“, und die Sängerin ließ keinen Zweifel daran, dass auch ihr Herz „voll“ ist. „Ich habe erlebt, er tut es gut...!“, sang sie rhythmisch mit ganzem Körpereinsatz. Bei dem Lied „Gelobet seist Du..“ verstand sie es ebenfalls großartig, mit sehr ruhiger und fast schon leiser Stimme, Text und Musik des Liedes eindringlich näher zu bringen. Mit der Zugabe „Nun danket alle Gott..“ endete mit viel Beifall ein unbedingt hörenswertes Konzert und ein durchaus gelungenes Experiment.

Zum Abschluss bedankte sich der Leiter des Projekts und Dirigent Martin S. Schmitt bei den Zuhörern für ihren Besuch, um sein Experiment zu hören und mitzuerleben. Sein Dank ging auch an Barbara Pfalzgraff, die Dekanatskantorin, dass sie solch einem Projekt in der Christuskirche zugestimmt hat. Martin S. Schmitt stammt übrigens aus dem Saarland, hat in Mainz studiert, lebt und arbeitet als Instrumentalist, Dirigent, Arrangeur und Komponist in Mannheim. Mit seinem m.s.schmitt-jazzorchester verwirklicht er eigene großangelegte Jazz-Projekte. Zuletzt hat sein Programm mit Bach-Bearbeitungen für Sopran und Bigband in der Fachwelt Aufmerksamkeit erregt. (CM)


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Rubrik: Kultur
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Christiane Mertins
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